Literatur in der frühen Neuzeit

Die frühe Neuzeit beinhaltet die Jahre 1450 bis 1600. In dieser Zeit verbreitete sich mehr und mehr der sogenannte Humanismus, eine Geisteshaltung der Renaissance, die aus Italien nach Deutschland herüberschwappte. Die Dichter und Schriftsteller dieser Geisteshaltung beschäftigten sich mit antikem Gedankengut. Viele der Autoren schrieben ihre Werke allerdings immer noch in der lateinischen Sprache, was es dem größten Teil des Volkes weiterhin sehr schwer machte, diese Schriften zu verstehen. Einer der Wenigen, der seine Gedichte auch auf Deutsch schrieb, war Sebastian Brant. Sein bekanntestes bzw. erfolgreichstes Werk heißt „Narrenschiff“.

Die größte und folgenschwerste Bewegung war in der frühen Neuzeit allerdings die Reformation von Martin Luther. Er verfasste seine Ideen und Thesen in einem gut lesbaren Deutsch, sodass auch das einfache Volk Zugang zu seinen Schriften hatte. Neben den Thesen, die er an die Türen der Weimarer Kirche hängte, ist seine bis heute bekannteste Leistung wahrscheinlich seine Bibelübersetzung. Das Erscheinen dieser Übersetzung 1522 und 1543 war DAS Ereignis auf dem deutschsprachigen Buchmarkt in dieser Epoche. Er war nicht nur der Erste, der die Bibel ins Deutsche übersetzte, er trug durch diese Bibelübersetzung auch wesentlich dazu bei, dass sich die deutsche Sprache, wie sie heute noch gesprochen wird, verbreitete.

Neben dem Humanismus und der Reformation war ein Begriff der frühen Neuzeit das Meistersingen. Meistersänger waren bürgerliche Menschen, die sich zunftartig zusammentaten und in dieser Epoche dichteten und sangen. Ihre Melodien entstammen dem Minnegesang, unterlagen jedoch strengen Regeln.

Eine weitere Sparte der Literatur, die in dieser Zeit häufig auftauchte, war das Volksbuch. Dieses Buch beinhaltete viele beliebte Themen, sodass es weit verbreitet war. Es entstand übrigens anonym. Die wohl bekanntesten Beispiele für solch ein Volksbuch sind wahrscheinlich die Geschichten rund um Till Eulenspiegel. Trotz alledem bleiben aus dieser Zeit jedoch der Humanismus und vor allem die Reformation als prägendste Elemente bestehen.

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