Literatur im Nationalsozialismus und Exilliteratur

Bevor man sich näher mit der sogenannten Exilliteratur beschäftigt, ist es überaus wichtig, sich über die Bedeutung dieses Titels bzw. Namens im Klaren zu sein. Exilliteratur (auch bekannt unter „Emigrantenliteratur“) meint Literatur von Autoren, die unfreiwillig ins Ausland gehen müssen, um aus ihrem Heimatland zu fliehen, weil sie selbst als Person oder ihre Werke im Heimatland bedroht werden. Grund für diese Flucht ins Exil sind oft politische oder religiöse Gründe. Obwohl es eher Emigrantenliteratur heißen müsste (weil die Menschen in ein neues Land emigrieren), ist das Wort „Exilliteratur“ weitaus bekannter und wird fachlich häufiger gebraucht, da die betroffenen Menschen im Exil Zuflucht suchen.

Die deutsche Exilliteratur entstand in der Zeit des Nationalsozialismus (1933 – 1945). Sie war die Literatur der Schriftsteller, die Gegner des Nationalsozialismus waren. Die meisten dieser verbotenen Werke wurden verbrannt. Auch der deutsche Überfall in die Nachbarländer spielte für die Literatur dieser Zeit eine große Rolle, da die Nationalsozialisten auch dort deutschsprachige Literatur verbrannten, die sie für verboten hielten.

Die Schriftsteller, die Gegner des Nationalsozialismus oder jüdischer Herkunft waren, flohen ins Ausland und gründeten ihrerseits dort auch unter den schweren Bedingungen des Zweiten Weltkrieges neue Verlage. Einer der bekannten Verlage für Exilliteratur ist beispielsweise der Europaverlag, der von Emil Oprecht gegründet wurde. Bekannte Schriftsteller dieser Zeit waren unter anderem Ernst Block, Berthold Brecht, Annette Kolb und Heinrich Mann. Allerdings gab es seinerzeit auch einige Autoren, die den Schwierigkeiten und Ängsten im Exil nicht standhalten konnten und im Exil dann den Freitod wählten und Selbstmord begingen.

Neben geflohenen Schriftstellern, gab es allerdings auch Autoren, die „innerlich emigrierten“- sie blieben im Land und standen dennoch in Opposition zu den Nationalsozialisten.. Zu den bekanntesten dieser gehören unter anderem Erich Kästner und Gottfried Benn. Das Regime der Nationalsozialisten förderte die sogenannte Blut- und Bodendichtung, sowie ideologiefreie Unterhaltungsliteratur und es gilt auch heute noch umso bewundernswerter, dass Werke dieser Gegner bis heute berühmt sind.

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